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ROAS berechnen: Formel, Break-even und Rechner

ROAS berechnen
Christian Beeking
Christian Beeking
Co-Founder, Cloudginny
18. September 2026 8 Min. Lesezeit

Der ROAS (Return on Advertising Spend) sagt dir, wie viel Umsatz jeder Werbe-Euro zurückbringt, und ROAS berechnen dauert zehn Sekunden. Die eigentliche Arbeit ist die Bewertung: ob der Wert gut ist, ob du daran verdienst und warum ein hoher ROAS trotzdem Verlust bedeuten kann.

Wie berechnet man den ROAS?

ROAS = Umsatz aus der Werbung geteilt durch Werbekosten. Wer mit 1.000 € Werbebudget 4.000 € Umsatz erzielt, hat einen ROAS von 4,0, als Prozentwert ausgedrückt 400 %. Die Kennzahl misst den Umsatz pro Werbe-Euro, noch nicht den Gewinn.

Mehr steckt in der Formel nicht, und genau deshalb beginnt die eigentliche Arbeit erst nach dem Ausrechnen: bei der Frage, ab welchem Wert du Geld verdienst.

Was ist der Break-even-ROAS?

Der Break-even-ROAS ist der Wert, ab dem deine Werbung sich selbst trägt, und er ist schnell bestimmt: 1 geteilt durch deine Marge. Bei 30 % Marge liegt der Break-even bei 3,33, bei 20 % Marge schon bei 5,0. Alles über deinem Break-even ist Gewinn aus dem Kanal, alles darunter bezahltes Wachstum ohne Rendite.

Genauer wird die Rechnung mit der Deckungsbeitragsmarge statt der reinen Rohmarge, also dem, was nach Einkauf, Versand und Zahlungsgebühren wirklich übrig bleibt. Dann liegt die Schwelle höher, bei schweren Produkten sogar deutlich, wie der Abschnitt zu den Versandkosten zeigt. Wie sich daraus ein komplettes Werbebudget herleitet, steht in unserem Ratgeber zu den Google Ads Kosten.

ROAS-Rechner für Onlineshops

Die meisten ROAS-Rechner teilen zwei Zahlen und hören da auf. Dieser kennt deine Marge und deine Versandkosten, und deshalb beantwortet er die Frage, die zählt: was am Ende in Euro übrig bleibt.

ROAS-Rechner

Was bleibt bei deinem ROAS übrig?

Trag deinen Warenkorb, deine Marge, deine Versandkosten und deinen ROAS ein. Der Rechner geht Zeile für Zeile durch, was von einer Bestellung übrig bleibt und ab welchem ROAS sich deine Werbung trägt.

Was eine Bestellung im Schnitt bringt.
Verkaufspreis minus Einkaufspreis, noch ohne Versand.
Was dich das Paket kostet, abzüglich dessen, was der Kunde für Versand zahlt.
Als Faktor, also 4,0 für 400 %. Ist-Wert oder geplantes Ziel.
Marge pro Bestellung: 60 € mal 40 %24,00 €
Minus Versand pro Bestellung−6,00 €
Bleibt pro Bestellung vor WerbungDas sind 30 % vom Warenkorb, deine Marge nach Versand.18,00 €
Werbekosten pro Bestellung: 60 € geteilt durch ROAS 4,0−15,00 €
Bleibt pro Bestellung hängen3,00 €Rechnet sich

Auf 1.000 € Werbebudget sind das rund 67 Bestellungen und 200 € Gewinn.

Dein Break-even-ROAS: 60 € geteilt durch 18 €Ab diesem ROAS trägt sich deine Werbung selbst. Ohne Versand läge er bei 2,50.3,33

Zieh bei der Marge nur den Einkauf ab, den Versand rechnet der Rechner separat. Weitere Kosten pro Bestellung wie Verpackung oder feste Zahlungsgebühren kannst du zum Versand dazuzählen. Warenkorb und ROAS müssen zur selben Basis passen: Meldet dein Shop netto an Google, trag auch den Warenkorb netto ein. Retouren und Stornos sind hier nicht abgezogen.

Was ist ein guter ROAS?

Ein guter ROAS ist einer über deinem eigenen Break-even. Zur Einordnung echte Zahlen statt Tabellen aus dem Internet: Über unsere Kundenkonten (mehrere Dutzend E-Commerce-Konten im DACH-Raum, zusammen über 1,8 Millionen Klicks) liegt der Median-ROAS bei 3,8, die mittlere Hälfte der Konten zwischen 1,7 und 7,8. Ein ROAS von 4 ist also ein solider Wert, mit 20 % Marge trotzdem ein Verlustgeschäft und mit 50 % Marge ein sehr gutes. Die Spanne zeigt vor allem eins: Vergleiche mit anderen Shops helfen dir wenig, der Vergleich mit deinem eigenen Break-even entscheidet.

ROAS, KUR, ROI und ACOS: Was wann?

Vier Kennzahlen, die dasselbe Feld vermessen und ständig verwechselt werden:

KennzahlFormelWofür
ROASUmsatz ÷ WerbekostenStandardgröße in Google Ads, reine Umsatzsicht
KURWerbekosten ÷ UmsatzDer Kehrwert des ROAS, im deutschen Handel verbreitet. KUR 25 % entspricht ROAS 4
ROIGewinn ÷ KostenRentabilität nach allen Kosten, für den Kanalvergleich
ACOSWerbekosten ÷ WerbeumsatzAmazon-Pendant zur KUR

Für die Steuerung von Google-Ads-Kampagnen ist der ROAS gesetzt, weil Google selbst damit arbeitet. Für die Frage, ob sich der Kanal insgesamt lohnt, brauchst du den Blick auf den Gewinn, und damit zum wichtigsten Abschnitt dieses Artikels.

Warum kann ein hoher ROAS trotzdem Verlust sein?

Der ROAS hat einen blinden Fleck: Er behandelt jeden Umsatz gleich. Ob hinter 4.000 € Umsatz margenstarke Eigenmarken oder rabattierte Ladenhüter stecken, sieht die Kennzahl nicht, und genau daran scheitern Konten, die auf dem Papier gut aussehen. Das Beispiel, das den Unterschied zeigt, zwei Shops mit identischem ROAS:

KennzahlShop A (30 % Marge)Shop B (20 % Marge)
Werbekosten1.000 €1.000 €
Umsatz4.000 €4.000 €
ROAS4,04,0
Break-even-ROAS3,335,0
Deckungsbeitrag1.200 €800 €
Ergebnis200 € Gewinn200 € Verlust

Gleicher ROAS, entgegengesetztes Ergebnis.

POAS

Die Konsequenz daraus heißt POAS (Profit on Advertising Spend): Statt auf Umsatz steuerst du auf Deckungsbeitrag, indem Produkte mit unterschiedlichen Margen unterschiedliche ROAS-Ziele bekommen, etwa über getrennte Kampagnen oder Produktgruppen. Wer alle Produkte mit einem gemeinsamen Ziel fährt, lässt Bestseller die Ladenhüter subventionieren. Wie du das in Performance Max umsetzt, ohne die Kontrolle abzugeben: Performance Max mit Cloudginny steuern.

Wie stelle ich den Ziel-ROAS in Google Ads ein?

In Google Ads heißt die Gebotsstrategie Ziel-ROAS, und eingetragen wird sie als Prozentwert: Ein Ziel von Faktor 4 sind 400 %. Die Voraussetzung laut Google: Für Such- und Shopping-Kampagnen braucht es mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen, bei Shopping-Kampagnen zählt das je Merchant-Center-ID. Darunter fehlt dem Algorithmus die Datenbasis und die Ergebnisse schwanken.

Für die Zielhöhe gilt eine einfache Reihenfolge: Starte ungefähr bei deinem tatsächlichen Ist-ROAS der letzten Wochen, nicht bei deinem Wunschwert, und bewege das Ziel dann schrittweise Richtung Break-even plus Puffer. Wer ein unrealistisch hohes Ziel einträgt, bekommt keinen besseren ROAS, sondern weniger Ausspielung, weil Google nur noch auf die sichersten Auktionen bietet.

Seit Mitte August 2026 hat das eingestellte Ziel zusätzlich an Gewicht gewonnen: Google steuert seither auch budgetbegrenzte Kampagnen konsequent auf den eingetragenen Wert aus. Der frühere Nebeneffekt, dass knapp budgetierte Kampagnen deutlich über ihrem Ziel liefen, weil Google nur die günstigsten Conversions einsammelte, fällt damit weg. Das Ziel ist jetzt keine grobe Richtung mehr, es wird geliefert, was bestellt ist, und deshalb muss die Bestellung stimmen.

Wie rechne ich Versandkosten in den Ziel-ROAS ein?

Du ziehst die Versandkosten pro Bestellung von deiner Marge ab, bevor du den Break-even ausrechnest. Der ROAS in Google Ads rechnet nur mit dem Umsatz, den dein Shop meldet. Was davon an den Paketdienst geht, sieht er nicht.

Formel

Break-even-ROAS = Warenkorb ÷ (Warenkorb × Rohmarge − Versandkosten pro Bestellung)

Entscheidend ist, dass der Versand pro Paket anfällt und nicht pro Euro Umsatz. Bei einem kleinen Warenkorb frisst er deshalb einen großen Teil der Marge, bei einem großen fällt er kaum ins Gewicht. Wie stark sich das auf den Break-even auswirkt, zeigt ein Warenkorb von 60 € mit 40 % Rohmarge:

KennzahlOhne VersandPaket 6 €Sperrgut 15 €
Marge nach Einkauf24 €24 €24 €
Versand pro Bestellung0 €6 €15 €
Bleibt vor Werbung24 €18 €9 €
Marge nach Versand40 %30 %15 %
Break-even-ROAS2,503,336,67

Zwei Produkte mit gleichem Preis und gleicher Marge brauchen also einen ROAS von 3,33 oder 6,67, damit sich die Werbung trägt, je nachdem, ob sie als Paket oder als Sperrgut rausgehen. Dein Ziel-ROAS gehört jeweils mit Puffer darüber.

Deshalb spielt das Gewicht eine so große Rolle. Schwere und sperrige Produkte haben höhere Versandkosten und damit einen höheren Break-even. Laufen sie mit leichter Ware in einer Kampagne mit gemeinsamem Ziel-ROAS, ist das Ziel entweder für die schweren Produkte zu niedrig oder für die leichten zu hoch.

Die Lösung sind getrennte Ziele nach Versandklasse. Versandgewicht und Versandlabel aus dem Merchant Center helfen dir dabei nicht direkt, denn Produktgruppen in Google Ads lassen sich nur nach Merkmalen wie Marke, Kategorie, Produkttyp, Artikel-ID oder Custom Label aufteilen. Schreib die Versandklasse deshalb zusätzlich in ein Custom Label, etwa „paket“ und „sperrgut“, und gib jeder Klasse eine eigene Kampagne mit eigenem Ziel-ROAS. Das ist dieselbe Logik wie beim POAS weiter oben, nur dass hier der Versand den Unterschied macht.

Zahlt der Kunde für den Versand, rechnest du nur mit der Differenz: Kostet dich das Paket 6 € und der Kunde zahlt 4,90 €, trägst du 1,10 €. Prüf außerdem, ob diese Versandgebühr im Conversion-Wert steckt, den dein Shop an Google meldet. Wenn ja, zählt Google sie als Umsatz mit, obwohl das Geld direkt an den Paketdienst weitergeht, und dein gemessener ROAS sieht besser aus, als er ist. Am saubersten meldest du den Warenwert ohne Versandgebühr, dann passen Rechnung und Messung zusammen.

Bei Gratisversand ab einem Mindestbestellwert trägst du oberhalb der Schwelle die vollen Paketkosten selbst. Rechne für diese Bestellungen deshalb mit dem vollen Betrag, denn knapp über der Schwelle ist der Versand im Verhältnis zum Warenkorb am teuersten.

Mit deinen eigenen Zahlen rechnet der ROAS-Rechner weiter oben das Ganze durch, inklusive Versand.

Warum stimmt mein gemessener ROAS nicht?

Bevor du mit dem ROAS steuerst, muss die Zahl selbst stimmen, und da liegen vier klassische Fehlerquellen:

Der häufigste Fall ist ein statischer Bestellwert im Conversion-Tracking: Jede Bestellung wird mit demselben Wert gezählt, egal ob sie 30 € oder 800 € bringt, und der gemessene ROAS ist damit wertlos. Wie die dynamische Wertübergabe eingerichtet wird, steht in unserem JTL-Setup-Guide.

Dazu kommt die Conversion-Verzögerung: Käufe werden dem Klicktag zugerechnet, teils Tage später, weshalb der ROAS der letzten Woche immer zu niedrig aussieht.

Dritte Quelle ist die Doppelzählung, wenn Google Ads, Meta und das Shop-Backend dieselbe Bestellung jeweils für sich reklamieren und die Summe der Kanal-Umsätze den echten Umsatz übersteigt.

Und viertens der Brutto-Netto-Mix: Wer Brutto-Umsätze inklusive Stornos und Retouren an Google übergibt, rechnet sich reicher, als er ist. Eine kaputte Wertübergabe ist übrigens das Erste, was Ginny bei neu verbundenen Konten prüft, denn ohne saubere Werte ist jede ROAS-Steuerung Blindflug.

Ginny beantwortet im Cloudginny-Chat eine Frage nach Conversion-Rate und ROAS mit Gesamt-ROAS, Kosten und Umsatz des Kontos
ROAS, Conversion-Rate, Kosten und Umsatz auf eine Frage hin, aufgeschlüsselt nach Konto und einzelnen Kampagnen.
Christian Beeking
Über den Autor
Christian Beeking LinkedIn

Christian Beeking ist Co‑Founder von Cloudginny, dem KI‑Agenten für automatisierte Google Ads im E‑Commerce. Vor Cloudginny hat das Team über 100 Millionen Euro Google Ads Budget für Marken wie MediaMarkt, Cisco und Bose verwaltet und dieses Wissen in Ginny gegossen. Cloudginny ist offizieller Google Partner, Partner von WebStollen und Teil des German Accelerator.

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