Stand: 7. September 2026, geschrieben für die Saison 2026.
Am Black Friday entscheidet sich bei Shopping Ads das meiste, bevor die Auktion überhaupt beginnt. Dein Produktfeed ist der entscheidende Faktor. Ein Feed mit falschen Preisen rettet dich nicht. Produkte fliegen genau dann aus der Ausspielung, wenn der Traffic am teuersten und wertvollsten ist. Dieser Guide geht die Shopping-Seite des Black Friday einmal komplett durch, vom Sortiment über Streichpreise und Merchant-Center-Aktionen bis zur Frage, was du in der Black Week besser nicht mehr anfasst. Black Friday ist 2026 am 27. November, der Cyber Monday folgt am 30. November.
Was am Black Friday in Shopping anders läuft als im Rest des Jahres
Drei Verschiebungen prägen die Aktionstage. Die Klickpreise ziehen an, Agenturberichte nennen Anstiege von 30 bis 50 Prozent, weil alle Händler gleichzeitig mehr Budget in denselben Anzeigenraum drücken. Die Nutzer verändern ihre Gewichtung. An Aktionstagen zählen Preis und Versandkosten mehr als Produktdetails und genau diese beiden Informationen stehen bei Shopping direkt in der Anzeige. Dein Wettbewerbsvorteil entsteht also im Feed, nicht im Gebotsfeld.
Über den gesamten Handel ist der Cyber Monday der umsatzstärkere Tag, werbegetrieben liegt der Black Friday vorn. Wer sein Pulver auf zwei Tage verteilt, sollte den Schwerpunkt deshalb auf den Freitag legen.
Zum Vorlauf liest man alles von einer Woche bis sechs Wochen, und der Widerspruch löst sich auf, sobald man die Aufgaben trennt: Strategie, Budgetaufbau und Lernphasen brauchen die vier bis sechs Wochen, die Google selbst nennt. Kampagnen und Anzeigen sollten zwei Wochen vorher stehen, weil abgelehnte Anzeigen und Produkte Zeit zum Beheben brauchen. Merchant-Center-Aktionen brauchen mindestens eine Woche wegen des Freigabeprozesses. Die Fristen im Überblick, zwei davon sind hart und lassen sich nicht nachholen:
Frist
Was fällig ist
Wo
Läuft bereits
Basispreis-Historie für Streichpreise: Der Basispreis muss 30 der letzten 200 Tage gegolten haben. Nicht nachholbar
Warenwirtschaft, Preisstrategie
Ab 15.10.
Frühester Starttermin: Aktionen mit „Black Friday“ oder „Cyber Monday“ im Titel dürfen nur vom 15.10. bis 15.12. live sein
Merchant Center
Bis Ende Oktober
Sortiment und Rabatthöhen final, Referenzpreise nach Preisangabenverordnung stehen
Warenwirtschaft
Bis Mitte November
Aktionen angelegt und nach 24 Stunden auf Freigabe geprüft, Budgets stufenweise erhöht, Assets gebaut
Merchant Center, Google Ads
23. bis 30.11.
Black Week: saisonale Gebotsanpassung für maximal 1 bis 7 Tage, keine Strukturänderungen mehr
Google Ads
Bis 15.12.
Spätestes Ende für Black-Friday- und Cyber-Monday-Aktionen. Hartes Fenster
Sortiment zuerst: Welche Produkte in die Aktion gehören
Der häufigste Planungsfehler ist „20 Prozent auf alles“. Im Median wird ohnehin nur gut ein Drittel der freigegebenen Produkte überhaupt ausgespielt, und die Auswahl trifft Google entlang der Conversion-Wahrscheinlichkeit. Eine Pauschal-Aktion rabattiert also vor allem Produkte, die nie eine Impression sehen, und verschenkt Marge bei den Rennern, die auch ohne Rabatt gelaufen wären.
In die Aktion gehören Produkte mit drei Eigenschaften:
Genug Marge, um Rabatt plus gestiegene Klickkosten zu tragen.
Genug Lagerbestand für einen mehrtägigen Ansturm.
Eine saubere Basispreis-Historie, damit der Streichpreis überhaupt angezeigt werden darf.
Raus gehören Artikel mit knappem Bestand (ein ausverkauftes Aktionsprodukt kostet Klickbudget und produziert Frust), Dauerpreis-Artikel ohne Preishistorie und alles, dessen Marge den doppelten Druck aus Rabatt und teurem Klick nicht aushält. Bei knappem Bestand gilt außerdem: lieber defensiver bieten als das Lager am Freitagvormittag leerklicken lassen. Einfache, klare Rabatte statt komplizierter Staffeln, die weder Google noch der Kunde auf einen Blick versteht.
Feed: Preis und Verfügbarkeit müssen zur Produktseite passen
Google prüft laufend, ob Preis und Verfügbarkeit im Feed mit der Produktseite übereinstimmen, und lehnt Produkte bei Abweichung ab. Im Normalbetrieb ist das ein Randthema, in unserer Feed-Auswertung lag die Ablehnungsquote im Median bei unter einem Prozent. Aber wenn es zuschlägt, dann kategorienweise, und eine Rabattaktion ist der klassische Auslöser: Die Produktseite springt um Punkt Mitternacht auf den Aktionspreis, der Feed synchronisiert aber nur alle 24 Stunden, und für ein paar Stunden weichen hunderte Preise ab. Das Ergebnis sind Ablehnungen genau am Aktionsmorgen.
Die Gegenmaßnahmen: Aktionspreise als sale_price mit Start- und Enddatum in den Feed, dann schaltet Google selbst zum richtigen Zeitpunkt um, statt dass Feed und Shop nachts um die Wette rennen. Die Sync-Frequenz für den Aktionszeitraum erhöhen, die meisten Warenwirtschaften können den Feed mehrmals täglich aktualisieren, und für Preise gibt es automatische Preisupdates über strukturierte Daten auf der Produktseite als Sicherheitsnetz. Und in der Aktionswoche morgens als Erstes die Diagnose im Merchant Center prüfen, nicht erst mittags, denn jede Stunde ohne die Bestseller kostet an diesen Tagen real Umsatz.
Rabatte richtig aufsetzen: Merchant-Center-Aktion, Angebots-Asset oder beides
Rabatt ist bei Google Shopping kein einzelner Schalter. Es sind drei getrennte Ebenen, und die maximale Sichtbarkeit entsteht erst, wenn alle drei zusammenspielen.
1
sale_price im Feed
Er senkt den beworbenen Preis und kann die Streichpreis-Auszeichnung auslösen, dazu gleich mehr.
2
Merchant-Center-Aktion
Im Merchant Center heißt sie Merchant Promotions. Sie hängt das „Angebot“-Label an deine Shopping-Anzeigen, mit Rabatttext und optionalem Code. Ein Code ist ausdrücklich nicht Pflicht.
3
Angebots-Assets
In den Kampagnen selbst. Sie zeigen den Rabatt zusätzlich unter Textanzeigen, inklusive Countdown zum Aktionsende.
Bei der zweiten Ebene entscheiden drei Dinge über den Erfolg: Die promotion_id im Merchant Center muss exakt mit der im Feed übereinstimmen, sonst wird die Aktion keinem Produkt zugeordnet. Die Aktion gehört mindestens eine Woche vor dem Termin ins Konto, und nach 24 Stunden solltest du prüfen, ob sie freigegeben ist, hängt sie länger, hilft nur der Support. Und für Black-Friday- und Cyber-Monday-Aktionen gilt das harte Zeitfenster vom 15. Oktober bis 15. Dezember. Falls Merchant Promotions in deinem Konto noch nie genutzt wurden, muss das Feature teils erst freigeschaltet werden, auch das dauert.
Alle drei Ebenen von Hand über Warenwirtschaft, Merchant Center und Google Ads zu pflegen ist genau die Fleißarbeit, die im Oktober liegen bleibt. Bei unseren Kunden legt Ginny die Aktionen deshalb per Chat an: Google Shopping Rabatte per Chat anlegen.
Ein Satz im Chat genügt für Rabatthöhe, Kategorie und Zeitraum. Angelegt wird die Aktion aber erst, wenn du sie über die Freigabe-Karte bestätigst.
Der Streichpreis am Produkt: die Regeln
Der durchgestrichene Vorher-Preis an der Shopping-Anzeige ist der stärkste visuelle Hebel der Aktion, und Google knüpft ihn an klare Bedingungen: Der Aktionspreis muss zwischen 5 und 90 Prozent unter dem Basispreis liegen, und der Basispreis muss in den letzten 200 Tagen an mindestens 30 Tagen gegolten haben, die nicht zusammenhängen müssen. Wer seine Preise das ganze Jahr wöchentlich bewegt, hat unter Umständen keinen gültigen Basispreis, und wer ihn kurz vor der Aktion anhebt, erst recht nicht.
Der Punkt, den man nicht nachholen kann
Deshalb steht diese Frist in der Tabelle oben als nicht nachholbar: Die Preishistorie für den November entsteht im Sommer.
Wichtig zur Einordnung, weil das oft verwechselt wird: Erfüllte Streichpreis-Bedingungen erzeugen die durchgestrichene Preisanzeige, teils mit Prozentwert, aber kein „Angebot“-Label. Das Label kommt ausschließlich über die Merchant-Center-Aktion aus der Ebene davor. Beides zusammen, Streichpreis plus Angebots-Label, ist die maximale Ausbaustufe. Und unabhängig von Googles Regeln gilt die deutsche Preisangabenverordnung: Als Referenzpreis für die Rabattwerbung muss der niedrigste Preis der letzten 30 Tage angegeben werden, das ist eine eigene, rechtliche Ebene neben den Google-Bedingungen.
Zwei der Anzeigen tragen das SALE-Badge und den durchgestrichenen Vorher-Preis. Beides entsteht allein aus dem sale_price im Feed und der gültigen Basispreis-Historie. Ein „Angebot“-Label hat hier keines der Produkte, das käme erst über eine Merchant-Center-Aktion dazu.
Die Black Week selbst: Budget, Gebote und ruhige Hände
Für die Budgets nennen Agenturberichte das Zwei- bis Dreifache für die Black Week und das Drei- bis Fünffache für den Black Friday selbst. Die Größenordnung ist plausibel, wichtiger als der Faktor ist der Weg dahin: in Wochenschritten ab Mitte Oktober, damit die Gebotsautomatik mit dem Budget mitwächst, statt am Aktionswochenende von einer Verdopplung überrascht zu werden.
Beim Ziel-ROAS lohnt der Taschenrechner vor dem Absenken: Der Rabatt drückt deine Marge, und mit sinkender Marge steigt automatisch der ROAS, den du zum Break-even brauchst. Wer das Ziel für die Aktion trotzdem senkt, bezahlt die zusätzliche Reichweite also gleich zweimal aus der Marge. Für Neukundengewinnung und Abverkauf kann das aufgehen, nur sollte es ein Entschluss sein und kein Reflex. Für die Nachfragespitze der Aktionstage sind saisonale Gebotsanpassungen das richtige Werkzeug, und zwar nur dort: Sie sind für Zeiträume von einem bis sieben Tagen gedacht, nicht für den ganzen November. Wer eigene Aktions-Assets fahren will, legt dafür in Performance Max eigene Asset-Gruppen an, statt die Bestands-Gruppen umzubauen.
Und die wichtigste Regel der Woche selbst: nichts mehr umbauen. Jede neue Struktur schickt die Kampagne zurück in die Lernphase, und die durchläuft sie dann ausgerechnet mit den teuersten Klicks, die das Jahr zu bieten hat. Wie du PMax laufend optimierst, ohne die Kontrolle abzugeben: Performance Max mit Ginny steuern.
Nach der Aktion: der Rückweg ist genauso fehleranfällig
Das Ablehnungsrisiko vom Aktionsstart wiederholt sich am Ende spiegelverkehrt: Die Produktseite springt zurück auf den Normalpreis, der Feed hält noch den Aktionspreis, und wieder weichen Preise ab. Mit sauber gepflegtem sale_price-Enddatum erledigt sich das von selbst, ohne muss der Rückweg genauso getaktet werden wie der Hinweg. Danach: saisonale Gebotsanpassungen entfernen, Budgets kontrolliert zurückfahren statt abrupt (das Weihnachtsgeschäft trägt bis zu den Versand-Deadlines weiter), abgelaufene Aktionen und Assets aufräumen, und die Suchbegriffe und Produktsieger der Aktionstage dokumentieren. Das ist die Datenbasis, mit der die Planung für 2027 nicht wieder bei null anfängt.
Häufige Fragen zu Shopping Ads am Black Friday
Ab wann kann ich Black-Friday-Aktionen im Merchant Center anlegen?
Aktionen mit Black-Friday- oder Cyber-Monday-Bezug dürfen nur zwischen dem 15. Oktober und dem 15. Dezember live sein. Anlegen solltest du sie mindestens eine Woche vor dem Aktionsstart, damit der Freigabeprozess durchläuft, und nach 24 Stunden den Status prüfen.
Warum zeigt Google meinen Streichpreis nicht an?
Meist ist eine der beiden Bedingungen verletzt: Der Rabatt muss zwischen 5 und 90 Prozent liegen, und der Basispreis muss in den letzten 200 Tagen an mindestens 30 nicht zusammenhängenden Tagen gegolten haben. Häufigster Fall in der Praxis: Der Preis wurde kurz vor der Aktion angehoben, damit fehlt die Historie.
Brauche ich einen Rabattcode für Merchant Promotions?
Nein. Merchant-Center-Aktionen funktionieren auch ohne Code, der Rabatt kann direkt im Preis stecken. Entscheidend ist die exakte Übereinstimmung der promotion_id zwischen Merchant Center und Feed.
Wie viel mehr Budget brauche ich für die Black Week?
Agenturberichte nennen das Zwei- bis Dreifache für die Woche und das Drei- bis Fünffache für den Aktionstag. Wichtiger als der Faktor ist der Aufbau: stufenweise ab Mitte Oktober erhöhen, damit die Gebotsautomatik mitlernt, statt am Aktionstag zu springen.
Was ist am Black Friday wichtiger: Gebot oder Preis?
Der Preis. Nutzer gewichten an Aktionstagen Preis und Versandkosten stärker als Produktdetails, und beides steht bei Shopping direkt in der Anzeige. Ein konkurrenzfähiger Aktionspreis mit sichtbarem Streichpreis und Angebots-Label schlägt jedes Gebots-Feintuning.
Christian Beeking ist Co‑Founder von Cloudginny, dem KI‑Agenten für automatisierte Google Ads im E‑Commerce. Vor Cloudginny hat das Team über 100 Millionen Euro Google Ads Budget für Marken wie MediaMarkt, Cisco und Bose verwaltet und dieses Wissen in Ginny gegossen. Cloudginny ist offizieller Google Partner, Partner von WebStollen und Teil des German Accelerator.
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